Archiv


Anlass | Ziele | Bestände | Aufbewahrung | Kooperationen
Lale-Andersen-Archiv

I. Anlass

Das private Lale-Andersen-Archiv in Potsdam ist am 02.04.2003 mit Freischaltung seiner ersten Internetseite entstanden. Diese erste Seite war zunächst nur ein schmales Informationsangebot zu einer Zeit, in der zum Lili-Marleen-Phänomen und seinen Protagonisten entweder gar nichts oder allenfalls Tendenziöses im Internet zu finden war. Das Archiv wuchs im Hintergrund.

Mit Datum vom 03.08. und 14.08.2008 gaben Lale Andersens Kinder – Carmen-Litta Magnus und Michael Wilke – unterschriftlich die Genehmigung zur Namensgebung des Archivs und zur offiziellen Potsdamer Archivtätigkeit. Beide haben sich nach Kräften und bis zuletzt für den weiteren Aufbau verwendet.

Bestes Einvernehmen, Schriftwechsel und guter Austausch bestand ebenfalls mit den Zeitzeugen Artur Beul, Renée Franke, Fred Bertelmann und Margot Hielscher. Gleiches gilt bis heute für die Unterstützung und die herzliche Freundschaft zu Renate Reiser-Wilke, Rudi Zink jun., sowie zu mehreren Künstlern, Künstlerkindern, Autoren, Produzenten und Sammlern.

Die Notwendigkeit, das Archiv und seine Sammlungsschwerpunkte weiter zu fassen, entstand 2013 mit dem Anwachsen der Bestände, dem Eingehen vielfältigster Information und dem Entstehen unzähliger Querbezüge, die weit über das Lili-Marleen-Phänomen und über eine einzige Persönlichkeit hinausreichten.

Nach einer Ruheperiode in den Jahren 2015 bis 2017, in welcher der gesamte Archivaufbau und dessen Internetpräsenz grundlegend überarbeitet wurden, begann nach dem 113. Geburtstag der Namensgeberin am 23.03. und gleichzeitig dem 15-jährigen Bestehen des Lale-Andersen-Archivs Potsdam am 02.04.2018 die schrittweise Freischaltung der zeitgemäß neuen Archivseiten – und dauert an.

Layout & Gestaltung:
vantronye – visuelle Kommunikation, Potsdam

Inhalte:
Mathias Deinert M.A., Potsdam

 

  • Erscheinungsbild der Lale-Andersen-Homepage aus den ersten Jahren ab 2003. Bis zum Jahr 2013 wurde das Titelbild in unregelmäßigen Abständen variiert. Zugrunde lagen stets Bilder, die aus dem Besitz Michael Wilkes stammten, also des jüngsten Sohnes Lale Andersens.
  • Im Jahre 2004, also schon im Folgejahr nach den ersten "Gehversuchen" der Lale-Andersen-Seiten, erschien bereits eine Bewertung in einer Computerzeitschrift, von der mir leider nur dieser Ausriss zugeschickt wurde. Die Zeitschrift kam zu einem nüchternen Urteil, das aber dem damaligen Angebot auf www.lale-andersen.de durchaus entsprach. Wer zu diesem Ausschnitt nähere Quellenangaben machen kann, bitte melden!
  • Das Erscheinungsbild der Homepage wandelte sich 2013, um den schon 2008 erfolgten Wechsel zum "Lale-Andersen-Archiv, Potsdam" endlich auch optisch anzudeuten.

II. Ziele

Das Lale-Andersen-Archiv Potsdam versteht sich als privates Dokumenten- und Informationsarchiv, nicht als Fanseite, nicht als Tauschbörse, nicht als Fanclub, nicht als Forum. Es geht ihm in erster Linie um Quellensammlung, Informationsvermittlung, nachhaltiges Bewahren von Zeitzeugnissen und freie Forschung. Dabei verfolgt das Archiv keine kommerziellen Absichten.

Die Internetseiten des Lale-Andersen-Archivs erfüllen weiterhin den Zweck einer virtuellen Ausstellung oder eines „Rundgangs durchs Magazin der Archivbestände“ und zeigen, wo sie Abbildungen bieten, durchweg Objekte aus dem Sammlungsbestand. Der Beleg-, Informations- und Aufarbeitungsaspekt solcher bildlich gezeigten Objekte steht jederzeit und bei jedem Vorkommen über dem Aspekt reiner Unterhaltung.

Daneben verfolgt das Archiv den Anspruch, Wahres und Falsches zu benennen und beides auf seine jeweiligen Ursprünge zurückführen, d.h. Unsicheres von Sicherem zu trennen: In diesem Sinne ist jeder Zeitzeuge, Freund, Erbe, Sammler oder Nachlasshalter der hier besprochenen Persönlichkeiten eingeladen, Zeitzeugnisse, Wissen und Quellen dem Lale-Andersen-Archiv mitzuteilen.

Außerdem ist das Potsdamer Archiv auf Dauerhaftigkeit angelegt: Wie im Hintergrund die Archivbestände gesammelt, erschlossen und archivgerecht aufbewahrt werden, so wollen diese Seiten nach und nach das Wissen selber (d.h. Biografien, Diskografien, Objektlisten, sowie alles darüber hinaus Nennenswerte) in Form eines Nachschlagewerkes übersichtlich zusammenführen.

Nicht zuletzt sind weitere Ziele der Archivbemühungen, eine ausgewogene Rezeption der Informationen und Bestände, und eine lebendige Nachwirkung vergangener Populärkultur zu ermöglichen. Daher können – wie sich aus den Kooperationen zurückliegender Jahre schon ergibt – wissenschaftliche Projekte, öffentliche und private Ausstellungsinitiativen, sowie künstlerische Vorhaben jederzeit auf die Unterstützung des Lale-Andersen-Archivs setzen.

 

III. Bestände

Mit Stand Frühjahr 2018 umfasst der vorhandene Medienbestand nahezu 2.000 Schellack-, über 2.400 Vinyl- und über 500 Band-Tonträger (Tefi, Tonband, MC). Hinzu kommen über 740 digitale Tonträger und über 420 digitale Bildtonträger – bisher ungezählt digitale Einzelkopien von Fremdbeständen, die nur mit Einwilligung der Besitzer und Rechtinhaber vorgelegt, eingesehen oder genutzt werden können.

Die Aktivitäten der Fan-Clubs zu Lys Assia (1958 bis 1962) und Lale Andersen (leider erst ab 1963, dafür mit allen Bildbeigaben) können durch ihre Mitteilungsblätter nachgewiesen werden. Unterschiedlich umfangreiche Presseartikel-, Pressebild-, Ausschnitt-, Notenblatt-, Konzertprogramm- und allgemein Materialsammlungen zu zahlreichen Künstlern (u.a. Lale Andersen, Horst Winter, Vico Torriani, Erni Bieler, Liselotte Malkowsky, Gerhard Wendland, Margot Friedländer, Angèle Durand, Freddy Quinn) sind vorhanden.

Verschiedene Musik-, Rundfunk-, TV- und Boulevard-Zeitschriften, die zur Recherche deutschsprachiger Populärmusik unverzichtbar sind, liegen entweder in umfangreichen Jahrgängen (u.a. „Melodie“, „Vier Viertel“, „HörZu“, „Funk & Film“ bis hin zu „Memory“, „Schalldose international“, „Fox auf 78“) oder zahlreichen Einzelnummern (u.a. „Gong“, „Neuer Südfunk“, „Radio-Revue“, „Das Internationale Podium“, „Melodie & Rhythmus“) vor. Dazu sind einige einschlägige Nachschlagewerke (u.a. Binding, Weihermüller, Meyer-Rähnitz, Schneidereit), dagegen leider Katalog- und Prospektmaterial nur in Splitterbeständen vorhanden.

Das Recherchematerial zu verschiedenen Medienprojekten (z.B. zum Feature „Lili Andersen – Lale Marleen“ des Hessischen Rundfunks) wurde dem Lale-Andersen-Archiv Potsdam ebenso zur dauerhaften Dokumentation überlassen wie einige Interviews oder Privatmitschnitte (u.a. mit Lale Andersen, Norbert Schultze, Michael Wilke, Renée Franke), deren Einsichtnahme oder Nutzung jedoch aus urheberrechtlichen Gründen oder aufgrund klarer Übergabevereinbarungen stark eingeschränkt ist.

Gleiches gilt für einen Teilnachlass des Komponisten Rudi Zink sowie einen Teilnachlass der Lale-Andersen-Schulkameradin Erna Jungclaus – beide Konvolute durfte das Potsdamer Privatarchiv mit ausdrücklichen Auflagen übernehmen. Ein Bestandsverzeichnis der einzelnen Stücke, Blätter und Bänder wird nach und nach auf diesen Seiten mit unterschiedlicher Erschließungstiefe erscheinen.

Etwas unterrepräsentiert sind im Lale-Andersen-Archiv Potsdam bislang die Textgattungen „Briefe“ und „persönliche Manuskripte“, die über Floskelhaftes, bloße Vorarbeiten oder Formalia hinausgehen.

Ausnahme davon bilden beispielsweise drei Ordner mit Sendemanuskripten aus dem Nachlass des Schauspielers und Rundfunksprechers Rolf Ripperger, u.a. zu den Sendungen der Jahre 1957 bis 1974 „Jeder Spatz pfiff es vom Dach“, „Wir hören ab – Sie hören mit“, „Das klingende Prisma“, „Wir füllen Hörerpünsche – ein literarischer Silvester-Cocktail“, „Silvester-Studio“, „Unsere Silvester-Bowle“, „Vier Kisten mit Musik“, „Vorwiegend heiter“, „Munter bis Eins“ und anderer Sendungen mit Unterhaltungsmusik des Radios der DDR und des Deutschlandsenders.

Weiterhin finden sich bisher keine goldenen Schallplatten, Kleidungsstücke oder ähnliche (eher in die Obhut eines Museums gehörende) Objekte in der Sammlung. Gleichwohl gehört auch zum Potsdamer Archiv eine Realiensammlung, die überwiegend aus der Übernahme zusammenhängender Konvolute gewachsen ist und schrittweise auf diesen Seiten gezeigt wird.

 

  • Aufbewahrungsbeispiel Tonträger: Blick auf das zentrale Schallplattenregal, in dem sich jedoch lediglich "Gebrauchstonträger" befinden. Rara und Unikate sind in eigenen Aufbewahrungskisten stand- und stoßsicher deponiert.
  • Aufbewahrungsbeispiel vorhandener Zeitschriftenjahrgänge der HörZu
    Aufbewahrungsbeispiel Zeitschriften: In basisch-gepuffertes Papier eingeschlagen, sowie licht- und staubsicher liegend aufbewahrt werden die historischen Zeitschriftenjahrgänge z.B. (hier im Bild) der Funk- und Fernsehzeitschrift "HörZu".
  • Aufbewahrungsbeispiel Bücher
    Aufbewahrungsbeispiel Bücher: Buchbände und gebundene Manuskripte werden freistehend, aber lichtgeschützt, in Regalen aufbewahrt. Sie stehen platzbedingt in zwei Reihen, sind aber verzettelt und (wie alle Bestände) elektronisch erschlossen, sodass aufwendiges Suchen entfällt.
  • Rolf Ripperger: Sendetypokript ca 1968 zur Sendung "Froher Sonntagnachmittag"
    Sendetyposkript von Rolf Ripperger zur Hörfunksendung "Froher Sonntagnachmittag" des Deutschlandsenders (undatiert, wohl von 1968). Drei Bände mit Typoskripten dieser Provenienz bewahrt das Archiv.

IV. Aufbewahrung

Das Lale-Andersen-Archiv verwendet Zeit und finanzielle Mittel für eine gewissenhafte, dauernde Archivierung der anvertrauten Bestände sowie für deren digitale Katalogisierung und teilweise Präsentation im Internet. Es unterscheidet sich dadurch von anderen privaten Sammlungen, die oft zum Selbstzweck der eigenen Sammelleidenschaft aufgebaut werden und weithin unbekannt und ungesehen bleiben.

Die der Archivarbeit zugrundeliegenden archivalischen Prämissen lauten: Ordnung, Verzeichnung und nachhaltige Aufbewahrung. Geordnet und aufbewahrt wird nach dem Pertinenzprinzip (also nach Dokumentenart und Sachbetreff), verzeichnet und erschlossen wird zusätzlich nach dem Provenienzprinzip (also nach Herkunft) – das heißt: zu jedem Objekt und jedem Dokument wird der Ursprungszusammenhang vermerkt und kann stets virtuell rekonstruiert werden. So behalten Konvolute ihren Zusammenhalt, auch wenn einzelne Stücke getrennt voneinander archiviert sind.

Alle Sammlungsbestände sind feuchtigkeits- und lichtgeschützt aufbewahrt. Die meist säurehaltigen Papiere werden mit basisch-gepuffertem Archivpapier der Firma Hans Schroeder durchsetzt, umschlagen und nach ihrer Katalogisierung in Archivmappen oder -boxen abgelegt.

Bei äußerst schlechten Erhaltungszuständen wird zum Zwecke der Konservierung sehr zurückhaltend Repatex zum Fixieren von Papierbrüchen und Einrissen verwendet, wo andernfalls Text-, Bild- oder allgemein Informationsverlust zu befürchten wäre.

Eine Digitalisierung aller Bestandsgruppen kann umfassend systematisch nicht vorgenommen werden, sondern beschränkt sich auf Objekte und Dokumente, bei denen bereits bei der Übernahme ein beschleunigter Verfall wahrgenommen wurde.

Schadhafte Objekte (z.B. zerbrochene Schallplatten) werden im Archiv ebenfalls aus guten Gründen aufbewahrt: Einerseits behalten Unikate auch beschädigt weiterhin ihren Zeugnischarakter, andererseits ist eine Auswertung (z.B. digitale Sicherung des Inhalts) bei zerbrochenen Objekten nach wie vor möglich. Beschädigte Nicht-Unikate (z.B. Industrieschallplatten) werden allerdings nur bis zu ihrer Ersatzbeschaffung archiviert.

 

V. Kooperationen

Das Lale-Andersen-Archiv stand seit seinem Beginn für Anfragen, Interviews und Mitarbeiten zur Verfügung und half nach Möglichkeit. Daraus gingen zahlreiche Kooperationen hervor, die hier ausgewählt das Bereitschafts-, Mitarbeits- und Referenzprofil des Archivs zeigen:

 

…für Ausstellungen (in Auswahl)

11/2010 bis 03/2011 Zuarbeiten für Andrea Buchelt & Beate Borkowski zur Ausstellung „Frauen im Aufbruch. 100 Jahre bremische Wirtschafts- und Kulturgeschichte“. Im Rahmen dieser Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Auf Youtube finden sich noch mehrere Videos aus der Ausstellung, u.a. wird aus dem Ausstellungsteil zu Lale Andersen ein Interview ihrer Langeooger Haushälterin Klara Bonhorst gezeigt, zu der das Potsdamer Archiv den Kontakt herstellte.

 

…für künstlerische Projekte (in Auswahl)

06/2004 Bereitstellung von Informationen zum Bühnenmanuskript „Der Himmel hat viele Farben – Die Memoiren der Lale Andersen“ von Jo van Nelsen. Das Stück, gedacht für eine Schauspielerin mit Musik, wurde aus finanziellen und Termingründen damals nicht realisiert und wartet bis heute auf einen Mäzen und die Aufführung.

2009 Ausleihe von Objekten und Bereitstellung von Informationen für die zeitgeschichtliche Musikcollage „Das Lied von Lili Marleen“ der Kulturplattform jourfixe-muenchen e.V. Die Uraufführung fand am 11. März 2010 in München-Gasteig mit vielen prominenten Gästen statt (u.a. Michael Wilke, Theodora Diehl, Rudi Zink jun., Brigit Salvatori-Galland verw. Schultze), der bis heute mehrere Reprisen folgten.

Außerdem erstellte das Lale-Andersen-Archiv 2010 den Internetauftritt des Musikverlages „Edition Pacific“ und pflegte ihn inhaltlich bis 2015.

 

…für Publikationen (in Auswahl)

12/2006 Zuarbeiten für das Buch „Lili Marlene – The Soldiers‘ Song of World War II“ von Liel Leibovitz & Matthew Miller, erschienen 11/2008 bei W. W. Norton & Co., New York / London.

12/2008 bis 02/2009 Unterstützung der Übersetzerin Nathalie Lemmens bei ihrer Arbeit am Buch „Lili Marleen – Ein Lied bewegt die Welt“, erschienen 11/2009 in der Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann, München.

2007 bis 2013 Objekt-, Ideen-, Meinungsaustausch, Teillektorat und -korrektorat zu Michael Wilkes 3-bändiger Autobiografie „Künstlerkind. Erinnerungen aus erster Hand“.

Weitere Interviews, Stellungnahmen, Ausleihe von Objekten und Bereitstellung von Informationen für u.a. die japanische Tageszeitung „Asahi Shimbun“ (2009), den Langeooger „Utkieker“ (2006), das Stadtmagazin „PotsdamLife“ (2012–2016) oder das Kundenmagazin „Centaur“ der Drogeriekette Rossmann (2015).

 

…für AV-Medien (in Auswahl)

09/2007 bis 09/2008 Mitarbeit am CD-DigiPack der Firma Bear Family Records „Wie einst, Lili Marleen… Lale Andersen: Ihre Aufnahmen 1935–1953“ bei den Positionen Zusammenstellung, Wiederveröffentlichung, Originalschallplatten, Diskografie, Fotos & Illustrationen.

10/2008 Begleittext zur CD-Veröffentlichung der Firma Sireena Records „Lale Andersen erzählt Märchen von Hans Christian Andersen“ gemeinsam mit Uwe Habmann.

Weitere Texterstellung, Kontaktherstellung, diskografisches Lektorat, Ausleihe von Objekten oder Bereitstellung von Informationen u.a. für die Doppel-DVD-Doku „Lale Andersen: Die Stimme von Lili Marleen“ (2013), herausgegeben von der Deutschen Welle, oder die Doppel-CD der Spectre Media Group „Renée Franke: Ding Dong Boogie“ der Veröffentlichungsreihe „50 große Erfolge“.